Einkaufen: Online vs. Offline

Kategorie: Allgemein

Es war Weihnachten, das heißt jeder musste in die Stadt um für die Lieben Geschenke zu kaufen, toll oder? Ok, das war eine rhetorische Frage, wieso sollte das toll sein. Auch ich war heute mal wieder nach dem Weihnachtseinkauf in der Stadt um die noch offenen Punkte auf meiner eigenen Liste abzuarbeiten – Fazit: 2 Stunden, kein Ergebnis.

Auf dem Rückweg ist mir dann die Idee gekommen, einen Artikel zu schreiben, da ich mir den Weg auch hätte sparen können, da ich ja eh nicht bekommen hatte was ich wollte, es im Internet aber zu bestellen gibt.

In diesem Artikel will ich mal kurz erklären, was meiner Meinung nach falsch läuft, vor allem, wenn man die Einzelhändler und Vollsortimenter so erhalten will, wie es sie im Moment gibt. Deshalb betrachten wir doch zu erst einmal die wahrscheinlichsten Szenarien.

1. Der Bewusste Kauf (mit Erfolg)

Voraussetzung: Ich weiß genau was ich haben will.

Ablauf EZ (Einzelhandel): Ticket für die Stadtbahn kaufen (4,10 Tagesticket in H) -> in die Stadt fahren (ca. 15 Min.) -> Ab zum Laden, wo man vermutet, dass es das Produkt gibt-Produkt im Laden suchen (4 Min.) -> An der Kasse zahlen (7 Min.) -> Zurück nach Hause mit den Öffis (15 Min.).

Dabei kommt dann folgende Kosten heraus: 4,10€ sowie 41 Min (ausgehend von meinen Werten)

Ablauf Web (Onlineshop): Online Anbieterpage öffnen (3 Min. inkl kurzer Suche) -> Produkt suchen (5 Min) -> Produkt zahlen (1 Min.) -> Versandkosten (3 €) -> Fertig

Ergebnis dabei ist ein Zeitaufwand von 9 Minuten und kosten von 3€, schlagen wir nochmal 15 Min drauf um das Paket irgendwo abzuholen, weil es mit DHL kommt. Am Ende stehen wir bei ca. 24 Min und 3€.

Fazit: Von den reinen Kosten also Euros her kein Großer unterschied, aber im Zeitaufwand kann ich das schon bemerkbar machen.

2. Der Bewusste Kauf (Erfolglos?)

Voraussetzung: Ich weiß was ich haben will und weiß, dass es existiert.

Ablauf EZ: Ticket für die Stadtbahn kaufen (4,10 Tagesticket in H) -> in die Stadt fahren (ca. 15 Min.) -> Ab zum Laden, wo man vermutet, dass es das Produkt gibt -> Verkäufer suchen (5 Min (Kakalakeneffekt)) -> Verkäufer erklären was man haben will inkl. 5 unsinniger Alternativen (20 Min.) -> Nicht im Sortiment -> Zurück nach Hause mit den Öffis (15 Min.).

Macht wenn wir den Spaß wieder zusammenrechnen: 4,10€ an Kosten in Euro und einen Zeitaufwand von inzwischen 45 Minuten, allerdings ohne Erfolg.

Ablauf Web: Online Anbieterpage öffnen (3 Min. inkl kurzer Suche) -> Produkt suchen (10 Min) -> Produkt zahlen (1 Min.) -> Versandkosten (3 €) -> Fertig

Schauen wir hier wieder auf die Werte stehen wir wieder bei 3€ Versandkosten und einem Zeitaufwand von 14 Minuten, plus 15 Minuten Paket abholen macht ca. 30 Min, aber ich hab das was ich will.

Fazit: Hier wird der Unterschied deutlich, ich war zwar in der Stadt, aber die hatten nicht mal das was ich haben will, vor allem wenn es um Technik geht sehr wahrscheinlich und alles was ich davon habe ist in der Stadt gewesen zu sein. Bestelle ich im Netz, spare ich Zeit und bekomme was ich will, im Idealfall nach Hause gelieftert. Vorteil ich bin nicht gefrustet und habe kein schlechtes Bild.

Belassen wir es bei den zwei Beispielen für diesen Artikel, denn wenn ich mich sagen wir beim Einzelhändler beraten lasse, kann ich mich in der selben Zeit im Netz informieren, oder bei einem Umtausch gleichen sich Porto und Ticketkosten wieder aus. Die Werte die ich hier gesetzt habe sind aus meinen Erfahrungen nach geschätzt, aber bieten immerhin eine Basis für die Argumentation.

Das Problem

Ich denke eigentlich ist es deutlich geworden, aber ich bringe es gerne noch einmal auf den Punkt. Eventuell sogar an meinem Beispiel von heute, ich hatte vor mir einen 3.0 USB Hub zu kaufen, gibt es seit der CeBit im letzten Jahr. Also bin ich in die Stadt gefahren in der Annahme mal eben kurz besagten Hub kaufen zu können, ich hab wirklich sehr kurze Fahrtzeiten also ist das eigentlich kein Problem.

In der Stadt dann die drei bekannten Elektronikmärkte abgeklappert von denen die zwei bekanntesten zu Metro gehören und ein erstaunendes Ergebnis, nur USB 2.0 Hubs. Dabei hat inzwischen jeder USB Stick für 10€ mindesten USB 2.8 genau wie die Mainboards.

Als ich wieder Zuhause war kurz das Netz an und innerhalb von 3 Min bei Amazon gleich 5 passende Ergebnisse, komisch oder?

Jetzt könnte man sagen, ok das ist ja nur ein Einzelfall, klar eigentlich schon aber was passiert, erstens ich schreibe drüber und zweitens, ich gucke das nächste mal gleich im Internet und spare mir den Weg. Damit haben die lokalen Warenhäuser nicht nur das Geld für das eine Produkt verloren, sondern auch das Zusatz-, sowie Folgegeschäft.

Vom Betriebswirtschaftlichen Standpunkt eine Katastrophe, denn das Internet hat auch keine Öffnungszeiten und meistens auch geringere Personalkosten. Gehen wir der Einfachheit halber einfach mal davon aus, dass die Preise sogar gleich sind.

Langfristig kann ich als Metro meine Elektrokette also zumachen, weil die Leute lieber im Netz bestellen.

Eine Lösung?

Im Prinzip ganz simpel Dienst am Kunden. Besorgt dem Kunden was er haben will, auch wenn es im Moment im Markt nicht vorrätig ist. Der Internethänder wird auch nicht ein Lager haben indem er alles auf Vorrat bunkert, das kann auch der nicht bezahlen. Wichtig wäre auch gutes Personal, denn wenn ich als Kunde keinen Mehrwert davon hab.
Als so ein Anbieter muss ich also das machen, was ich als Einzelhändler schon immer machen musste, effektiv beraten und zwar so, dass der Kunde das bekommt was er braucht, auch wenn das erstmal Geld kostet, nur so kann ich die Einnahmen sichern.

Ob es da noch andere Möglichkeiten gibt, kann man ja mal weiter spinnen aber die von mir beschriebene ist wohl die einfachste, da Sie leicht umgesetzt werden könnte, wenn man nur wollte.

Jetzt bin ich mal auf eure Meinungen, Ideen und Kommentare gespannt.

Geschrieben von Sensei am 28. 12. 2010
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13 Kommentare zu “Einkaufen: Online vs. Offline”

  • Cool wäre, wenn die Offline-Shops eine Suche online habven, so dass man bereits vorher nachsehen kann, ob das gewünschte Produkt vorhanden ist. Wenn ja kann man hinfahren und hat es sofort und muss nicht auf den Postboten warten.

  • Sensei sagt:

    @Stefan das wäre was schönes, aber im Moment haben die halt nur ihre Prospekte online und das hilft gar nicht.

  • Alex L sagt:

    Hi Robin, all!
    Nachdem ich mir diesen Artikel und die Meinung von Stefan durchgelesen habe, komme ich zum Entschluss, dass kleinere Fachgeschäfte ohne die Onlinepräsentation von zumindest einem Teil, besser der Gesamtheit des Sortiments, zukünftig keineswegs drumherum kommen werden. Wenn Amazon.de als Laden um die Ecke geben würde, würde ich trotzdem nicht hingehen, weil ich erstens wissen will, wie viele ähnliche Produkte zu welchen Preisen etc.pp. gibt, ohne dass ich lange suchen muss, mir Gedanken machen muss, ohne dass ich mich mit der Tatsache auseinander setzen muss, wobei einige Verkäufer wirklich nur-nur das Produkt verkaufen wollen, mir zu viel erzählen(denn ich weiss ja im Vorfeld was ich haben will).

    Die Zeitersparnis und die Bequemlichkeit bleiben auf der Strecke. Zudem gebe ich dir recht, dass man unter Umständen frustriert nach Hause kommt. Des Weiteren stelle ich fest, dass der Einkauf in grossen Läden mich vom Wesentlichen ablenkt, was meistens nicht erwünscht ist. Ein Onlineshopper kennt nur Suchmaske, Warenkorb und “zur Kasse”. Offlineshopping beinhaltet Hinfahrt, Suchen, Fragerei, Er,-Aufklären von irgendwelchen Details, Schlangestehen, Kasse, Bezahlen, Ware mitnehmen, Rückfahrt..

    Für mich ist das Onlineshopping vorteilhafter und zwar bei inzwischen vielen Produkten? Ich habe in meine Einkaufsstrategien seit Neuestem auch den Preisvergleich und Produkt-Erfahrungswerte miteinbezogen, sodass ich vor einem Online-Einkauf trotzdem eine Menge Zeit verbrauche. Hinterher passiert es aber so gut wie nie, dass die Ware zurückgegeben werden muss, denn es kommt durch die Vorher-Recherche zu einem bewussten Kauf.

  • Alexander sagt:

    Ich kann dazu auch nur sagen, dass ich alles was nicht zur Nahrungsaufnahme benötigt wird und was nicht zu groß oder umständlich/teuer ist mit der Post zu versenden, online kaufe. Und das seit über 10 Jahren. Ich habe zumindest DVDs, CDs und jetzt Blu-rays die letzten 10 Jahre, wenn es hoch kommt, 10 Mal offline gekauft weil ich zufällig dran vorbei gelaufen bin. Wenn ich mir das so recht überlege habe ich, seit dem ich in Hannover lebe, nur die Kaffee-Maschine, einen Dolby-Verstärker und meinen LCD-TV im Handel gekauft.

  • Alex L sagt:

    @Alexander,
    somit sprechen viele Argumente für den Online-Einkauf. Natürlich muss es nicht bedeuten, dass die Läden um die Ecke schliessen sollten. Viele Menschen können mit dem Onlineshopping nicht viel anfangen, aber für die, die damit bessere Einkaufsergebnisse erzielen können, ist es eben praktischer.

  • KoLa sagt:

    … Metro Tochter in der Innenstadt von H-Town: 7 Stueck des begehrten Artikels im Warenwirtschaftssystem vorhanden, jedoch nicht im Verkaufsregal; ergo: der begehrte Artikel befindet sich mit sechs anderen in irgend einem Karton/Gebinde auf irgend einer Pallette im Lager; kommen Sie bitte dann wieder, wenn
    der Karton zum auspacken in den Verkaufsbereich kommt … -> Servicewueste u.s.w., ohne den wahren Gemuetszustand darzustellen; grml …

  • KoLa sagt:

    … und was in allen Belangen gegen jeglichen online-Ein-/Verkauf spricht, sind Kleidungs- und Moebelstuecke, die nicht den Unisex-Groessen oder -Proportionen entsprechen :-(

  • Alex L sagt:

    @KoLa,
    bei der Kleidung und Möbel war es schon immer nicht einfach, diese online zu ordern, sodass alles passt bzw. sitzt. Wenn man eigene Grössen gut kennt, ist der Erwerb mancher Kleidungsstücke wie Oberteile bzw. Jeans weniger problematisch — bei vielen anderen hingegen will man es vor dem Kauf anprobieren bzw. sich das Ganze im Spiegel anschauen.

    Bei der Möbel kommt es immer wieder drauf an, welche Ansprüche man hat, wo bestellt werden sollte, ob es offline in der Nähe einen passenden Markt gibt und und oder oder. Also der Erwerb von Möbel ist kaum zu pauschalisieren und auch wie Kleidung sehr individuell ;-).

  • KoLa sagt:

    … Wunder geschehen: per Pedes zum Metro Tochterunternehmen in die Innenstadt getapert; das Objekt der Begierde hing in seiner Blisterbox im Verkaufsregal; abnehmen, an der Kasse bezahlen und die eingesparten Uestra-Groschen bei Max Waloschke verprasst -> geht doch; 1:1 Offline- vs Onlinehandel ;-)

  • Oliver sagt:

    Ich kaufe zu 99% im Netz. Das hat einen einfachen Grund: Servicewüste Deutschland. Der Einzelhandel hat sehr oft nicht das Produkt vorätig oder sogar im Sortiment, das ich mir gerne kaufen möchte. Und dann ist noch die “fachmännische” Beratung ein großer Haken. Denn wo bekommt man noch eine vernünftige und brauchbare Info?!? Darüber hinaus habe ich im Netz ohne große Mühe die Möglichkeit, wo ich das Produkt am günstigsten und schnellsten herbekomme.

    Meine abschließende Meinung zu dem ganzen Szenario ist noch, dass ein schnelles Umdenken im Einzelhandel stattfinden muss. Ansonsten sehe ich in 5-10 Jahre keinen Laden mehr in der Stad….

  • Onassis sagt:

    Tja,

    gestern war ich beim Toysrus – mein Sohn wollte von seinem Weihnachtsgeld eine NERF kaufen.

    Also hingefahren, in den Laden reingegangen und…
    Die Enttäuschung war RIESIG – diese eine besondere NERF war nicht da!

    Aber online konnte man sie bei Toys r us bestellen!

    Also wieder nach Hause, bei Toys r us online geschaut: Preis: 39,99 EUR.
    Dann bei amazon geschaut: Preis 26,99 EUR!!!
    Auf Lager und Versand von amazon.
    Also haben wir sie sofort bestellt und warten nun auf das Päckchen.

    Hätten wir sofort online geschaut, hätten wir Sprit gespart, eine Enttäuschung weniger und sie wäre evtl. jetzt schon da.

    Und natürlich, das rumlaufen im Laden und alles anschauen – das ist was anderes als online in den PC zu glotzen – aber ansonsten hat der Ladeneinkauf keine Vorteile IMO.

    Onassis

  • Thomas sagt:

    Aber das über kurz oder lang die Einzelhandelsgeschäfte mit den Onlinekäufen das nachsehen haben sieht hier niemand. Oder? Ich lasse mich eines besseren belehren. Ich kaufe meine Artikel viel lieber im Ladengeschäft als im Onlineshop um die nächste Webadresse.

    Natürlich ist es für den Einzelhandel nicht möglich alle Artikel auf Lager zu haben aber es ist kein Problem diese zu bestellen und kurzfristig zu liefern.

    Hier spricht ein ehemaliger Ladeninhaber, der ganz genau weiß wovon er spricht.

  • Sensei sagt:

    @Thomas klar hat der Einzelhandel das Nachsehen und meiner Meinung nach selbst verschuldet. Was hab ich davon im Laden zu kaufen, wenn ich eben keine gute Beratung bekomme. Das mit dem Sortiment ist klar, aber dann darf ich auch nicht wie ein Vollsortimenter tun und werben.

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